Login-Status

Du bist derzeit nicht eingeloggt.

Wer ist Online

Users: 1 Gast, 3 Bots

Zufallsbilder

Unwetter 2011 im Heimritz Pädu's Gasteräspitz-Tour Blick in den Holzschopf WC-Besetzt Anzeige

Das Unwetter vom 10.10.2011 aus der Augsburger-Perspektive

 

Er liegt nun schon eine Weile zurück, jener Tag, an dem ich in der Hütte unter dem Fels zuhinterst im Gastern erwache und im ersten Moment nicht weiss, ob es die Kampfjets sind, die zur Unzeit durchs Tal donnern oder ob nun doch der strömende Regen, der die ganze Nacht hindurch unvermindert in den Schnee der letzten Tage fiel, Wirkung zu zeigen beginnt.

 

Ein Blick zur Tür hinaus bestätigt letzteres. Eine erste Geröllzunge hatte sich ihren Weg quer durch Wald am Hang gegenüber gebahnt und eine Schneise der ganzen Länge nach hinterlassen. Mein Gedanke, dass in den letzten Jahren oder Jahrzehnten hier kaum ein Ereignis von solcher Wucht und Zerstörung stattfand, hat nicht lange Zeit, denn schon wälzt sich die nächste Ladung einer undefinierbaren braunen Masse im Graben oberhalb des Waldes talwärts, bricht aus dem Bachbett aus wie`s ihr gerade passt und durch nichts zu bremsen in den Wald hinein und es ist, als wäre dieser verschluckt worden, nicht ein Stamm ist mehr über. Oben ist unterdessen schon längst wieder die nächste Ladung unterwegs und noch eine und wieder und noch und noch und aus dem Graben talaufwärts und dem auf meiner Seite und auch aus den Couloirs dazwischen kommt es und von den Felswänden stürzt das Wasser. Im ganzen Tal ein grollendes Tosen. Ich sehe gigantische Geröllberge in`s Tal stürzen, was unter normalen Umständen allein das Tal mit Grollen erfüllt hätte, kann sie akustich einzeln aber nicht ausmachen, so laut ist das Getose im Tal – es hat etwas gespenstisches.

 

Ich beginne, für einzelne Bäume (die grossen, alten Lärchen), Waldabschnitte und Baumgruppen zu hoffen, denke nein, die nimmt es nicht auch noch, auf das sie von der nächsten braunen Walze gerammt, in gnadenloser Zeitlupe umgedrückt und begraben werden. Dann, wenn der unaufhaltbare Brei zum Stillstand kommt, liegt sie plötzlich da, die neue Realität, ein Stück Geröllhalde.

Ausgangs des entstehenden Grabens wird das ganze Material mehr und mehr zu einem Geröllstrom, in dem sich bis lastwagengrosse Felsbrocken den Hang abwärts wälzen Richtung Heimritz. Im Lauf des Geschehens, das etwa von morgen 8h bis mittag 14h so dauerte, verschwinden die Riesenbrocken zum Teil wieder, werden ihrerseits von nachkommendem Material begraben.

 

Je weiter sich die Geröllhalde in den Talboden vorschob, deren Ende ist von der Hütte aus längst nicht mehr zu sehen, desto dringlicher und banger die Frage, wie steht es um`s Heimritz, wie geht es den Raubers, was macht die Kander, was der Graben hinten oberhalb vom Haus?

 

Zum Glück gibts es noch, das Heimritz und vor allem, alle leben.

Ich freu mich auf euch, Michu


 Die Bilder dazu:

(Leider haben die Batterien meiner Kamera gerade schlapp gemacht – aber mit etwas gut zureden konnte ich sie gerade noch zu diesen 7 Bildern bewegen. – Die Unschärfe ist der fallende Regen)

Die beschrifteten Bilder unter diesem Link

Was läuft im Gasterntal ? (4. Woche)

Hier geht es weiter !

Was läuft im Gasterntal ? (3. Woche)

Die Zivilschutztruppe mit 7 Mann war pünktlich in Selden, nur wurde ihnen dort eröffnet das Sie erstmal zu Fuss ins Heimritz laufen sollen. Und gegen Mittag erhielten Sie die Meldung das kein Bagger ins Heimritz kommen würde. Das dadurch die Motivation der Zivilschützer erheblich litt ist zu verstehen, zumal der Kommandant ja extra einige Maschinisten für den Einsatz aufgeboten hatte. Den wenn man vor diesem Schuttkegel von über 250000 Kubikmeter steht, ist einfach nicht einzusehen was man mit 7 Mann “bewaffnet” mit Bickel und Schaufel wohl ausrichten kann. Zudem versickerte die Kander ca 500 Meter hinter dem Heimritz, sodass die Gefahr das Sie das Heimritz unterspühlt, vorerst auch mal gebannt war ! Die Leute vom Zivilschutz machten sich daran eine Brücke über den Graben in dem die Kander geflossen war zu errichten, und einen Fusspfad von Selden ins Heimritz mit ihren “primitiven” Mitteln zu erstellen. Eines Tages kam dann auch noch Besuch von einem Hotelbesitzer in Selden, der anscheinend ein Wasserproblem im Keller hatte. Den die Kander kommt in Selden wieder an die Oberfläche wenn Sie versickert, so hat es mir Heinz am Telefon berichtet. Allerdings wie er daherkam in seiner Not und da einfach die Leute vom Zivilschutz abkommandieren wollte, kam nicht gerade gut bei den anwesenden Leuten im Heimritz an. Sodass er angewiesen wurde sich mit dem Statthalteramt in Frutigen in Verbindung zu setzen ! Den im Heimritz wollte man ja die Kander auch so belassen wie sie ist, egal was für Schäden da noch kommen werden !
Urs Pädu und Schäfer gingen in den Schafberg hoch um die Lage vor Ort anzuschauen, ob es in den Gräben wirklich so schlimm ausschaue wie ihm von Behörden mitgeteilt wurde. Sie kamen zur Meinung das es momentan sogar besser wäre als zum Zeitpunkt als die Schafe vom Berg geholt wurden, um sie in ihr Winterquartier zu bringen ! Den die Gräben seien nun grössten Teils bis auf den Fels ausgewaschen, sodass die Tiere und Menschen nun klarer sehen das da fester trittsicherer Undergrund ist, und kein Geröll das ins rutschen kommen könnte !
Am Donnerstag fuhr Turi bis nach Selden, und wollte vo dort ins Heimritz hochlaufen um mal die Leitung in den Stall runter abzuklemmen, damit der Generator auch wieder für 400 V nutzbar wird ! Allerdings durfte er gleich von Selden her in den Hubschrauber steigen, und kam damit noch zu einem 2-3 Minütigen gratisflug ins Heimritz. Der Heli war daran das Material der Zivilschützer aus dem Heimritz abzufliegen, da diese den Einsatz beenden wollten ! Einen Tag später kam Turi wie ja auch öfters zuvor mit seinem Netbook beim nach Hauseweg bei mir vorbei um die Fotos die ständig von Pädu gemacht wurden zu sichten. Eine Auswahl davon wurde alle Woche wieder auf der Heimritzer WEB-Seite veröffentlicht, den man fand ja immer noch nichts gescheiteres in den Medien.
Auch in Sachen Spendenkonto wurde von Silvia über eine weitere Person eine Anfrage an Herr Ogi (Altesbundesrat) gesandt, ob er da nicht die Patenschaft übernehmen könnte. Ich meiner Seite versuchte mich bei Banken schlau zu machen was es da für Möglichkeiten gibt, ohne das man am Schluss wieder vom Staat zur Kasse gebeten wird, leider müsste man da eine Stiftung oder eine einfach Gesellschaft gründen, was momentan einfach zu hoch für uns ist. Allerdings viel dan Silvia noch der Schweizerischer Hinterwälder Zuchtverein ein, der ihr auch einmal die Hilfe angeboten hatte, sodass Sie auch hier noch eine Anfrage gestartet hat. Und diese Leute hatten Intresse, mussten aber das ganze zuerst im Verein noch abklären.
Von Angelika erfuhr ich das Sie eine Standbewilligung in der Basler Innenstadt erhalten habe, um ihre Hoffnungslicht-Aktion der Öffentlichkeit bekannt zu machen !

Bericht Standaktion 19.11.11 in der Basler Innenstadt

Beim Aufbau des Standes am Münsterbrunnen scheint gerade ein Sonnenstrahl auf unser regenbogenfarbiges Plakat mit der Aufschrift:

„Hoffnungslicht fürs Heimritz im Gasterntal“. Darunter Michaels „Berge“ auf Holz gemalt, darauf geschrieben: „Berner Oberland“. Ein Stück Gasterntal hat den Weg in die Stadt gefunden. Als später noch die „echten Leute“ aus dem Gasterntal: Silvia und Pädu, mit Grittli, der Freundin des jungen Bauern Urs Rauber , am Stand erscheinen, ist das Gasterntal wirklich vertreten in der Basler Innenstadt.

Auf einem blauen Glitzertuch präsentieren wir die goldenen und silbernen Töpfchen, gefüllt mit Unwettersand der Kander, der eigenhändig von Gästen in Plastiksäcken ins Tal transportiert wurde. Im Töpfchen leuchten Kerzen, die  wir erst bei Einbruch der Nacht entzünden.

Die meisten Menschen hasten am Stand vorbei, auf der Suche nach Glück in Form von neuen Kleidern oder Weihnachtsgeschenken. Aber der eine und die andere bleiben doch nachdenklich stehen und sprechen uns an. Wir können von den Unwettern im Gastern erzählen und vom Schicksal der Heimritzer.  Einer aus Basel hat ein Ferienhaus in Kandersteg und war zur Unwetterzeit anwesend. Er hatte nicht viel gehört über das Gasterntal nach den Unwettern. Er nahm gleich einen Einzahlungsschein mit und auch eine Berner Familie, die schon mal im Heimritz war, machte das….

So gab es die eine und andere Begegnung, am Ende des Tages aber die schönste: Ein siebenjähriger Junge spielte mit seiner Geige an der Strassenecke. Er kaufte mit  fünf selbst verdienten Franken  ein Hoffnungslicht. Seine Familie, Japaner aus Tokio, mussten wegen Fukushima fliehen und sind seit März in der Schweiz. Obwohl wir uns kaum auf Englisch verständigen konnten hatten diese Leute ein Mitgefühl, das vielen anderen fehlte.

Die Hauptattraktion war unser Murmeli, das den Leuten auf der Strasse hinterherpfiff und jodelte. So manches Kind hatte seine Freude daran und wenn es selbst Geld gehabt hätte, hätte es gerne gespendet. Leider wurden die Kinder aber von ihren gehetzten  Eltern bald wieder vom Stand weggezogen..

Wir haben zwar nicht viel verkauft, aber vielleicht doch den einen oder anderen Anstoss geben können für Städter, die letztendlich auch nicht ohne unverdorbene Natur leben können.

 

Angelika und Michael am Montag, 21. November 2011

Was läuft im Gasterntal ? (2. Woche)

In der Woche vom 17. bis 23. Oktober hatte Urs mit Versicherungen, Ämtern und Intressengemeinschaften zu tun. Auch hier ist wieder aufgefallen wie wenig Informationen über das Ereignis bei den verschiedenen zuständigen Leuten angekommen zu sein scheinen. Den ich wurde gebeten Fotos von vorher und nachher auf der Seite zur Verfügung zu stellen. Und das obwohl in der Luft doch einige Hubschrauber herumgeflogen sind, und sich wohl über die allgemeine Lage einen Überblick verschafft haben !
Kommunikation war auch in dieser Woche immer noch nur über Funk ins Wallis möglich ! Wobei Pädu mir in dieser Woche mal berichtet hat das dass Natel mal kurz ein Signal brachte, aber nach geraumer Zeit wieder tot war !
Auch wurde in dieser Woche entschieden das in der nächsten Woche der Zivilschutz mit ca 20 Mann und Bagger im Heimritz eine provisorische Sicherung der Kander und einen Fusspfad von Selden ins Heimritz erstellen soll ! Auch müsse vielleicht noch ein Trupp davon in den Schafberg hinauf um in den Gräben ein bischen aufzuräumen, da gemäs Aussagen von Behördenseite anscheinen nächstes Jahr keine Schafe mehr gesömert werden können ! Das benötigte Material solle per Armee-Helikopter ins Heimritz geflogen werden. Auch soll von 8 Uhr morgens bis um 17 Uhr das Natelrelais in der Sunnbuel zur Verfügung stehen ! Der zuständige Kommandant vom Zivilschutz hatte dazu auch bereits die Leute für den Einsatz aufgeboten, bis er gegen Ende der Woche die Info erhielt das er nur 7 Leute auf Montag bewilligt kriegt ! Die Enttäuschung des zuständigen war dem entsprechend !
Diese Woche habe ich häufig mit Rauber’s telefoniert, von Urs wurd mir klar gesagt das er auch nächstes Jahr im Heimritz wieder Gäste empfangen will. Dies wurde auch dem Krisenstab klar geagt, welcher aber mit dieser Aussage von Urs ganz klar überfordert war. Es schien als ob dieser damit gerechnet hätte das von Rauber’s irgendwie die Aussage kommen würde das ihnen das momentan egal sei ! Von Silvia wurde ich in dieser Woche gebeten mich zu erkundigen wie man ein Spendenkonto eröffnen könne da Sie immer wieder darauf angesprochen werde, aber auch bereits “Spenden” zugesandt bekam ! Urs schaffte es in dieser Woche die Turbine wieder zum laufen zu bekommen, sodass die Batterien wieder mit dieser geladen werden kann. Den mit dem Generator gab es Probleme, da eine 400 Volt auch in den Kuhstall hinunterführt um die Melkmaschine im Sommer zu betreiben. Da der Stall aber geflutet wurde, wurde der FI ständig ausgelöst, und da ergab es keinen Sinn den Generator laufen zu lassen, wenn die 240 V und 400 V Geräte nicht genutzt werden können.

Auch wurde das Heimritz vom 22. auf den 23. Oktober von Angelika und Michael besucht, welche auch tatkräftig mithalf um Holz aus dem Sand zu klauben. Auch wuchs in ihnen sofort eine geniale Idee, als Sie am Sonntag wieder nach Hause wollten musste jeder einen Sack Sand vom Heimritz nach Selden tragen, um “Hoffnungslichter” zu erstellen, und diese dann an einem Markt unter die Leute zu bringen, um damit auf das Ausmass im gasterntal aufmerksam zu machen !
Von Pädu wurde ich angefragt ob es irgenwie möglich wäre über den Winter eine Kamera im Heimritz zu installieren, damit man die Lage auch dann überwacht werden könnte.

Beobachtungskamera

Da leider auf meinen Artikel keine weiteren Informationen zu Beobachtungskamera für das Heimritz durch den Winter kamen, Habe ich gestern noch ein wenig auf dem Internet gesucht ! Da habe ich diese Seite gefunden, habe da zuerst mal angerufen, und da meinte der Herr schon das dass eine Herausforderung sei was ich da machen wolle. Ich soll ihm doch ein E-Mail zusenden, und er halte dann mal ausschau und werde mit Herstellern Rücksprache halten. Bin ja mal gespannt was da so geht …

Was läuft im Gasterntal ? (1. Woche)

Seit ich am 10. Oktober 2011 erfahren habe das ein Unwetter im Gasterntal gewütet hat, und über Amateurfunk dank Thedy erfahren habe das die Familie Rauber es soweit überstanden hat, frage ich mich was da abgeht ?!

Aber auch andere Leute fragen sich was da im Gasterntal vor sich geht !

Wieso findet man da keine Informationen im WEB ?

Also habe ich mich daran gemacht für mich aber auch die Besucher der Homepage von www.heimritz.ch an Informationen zu kommen. Am Montag selbst habe ich erst nach Feierabend erfahren das da ein Unwetter das Heimritz getroffen hat, nachdem ich auf dem Heimweg mein Natel eingeschaltet habe. Den da bekam ich eine SMS das vom Festnetztelefon vom Heimritz auf meine ComBox gesprochen wurde. Als ich die Nachricht abhört war da Silvia zu hören die sagte das Sie jetzt zuschaue wie der Telefonmast immer schiefer werde, und das wohl der letzt Anruf sein werde den Sie noch tätigen könne ! Wie mir da zu mute war brauch ich wohl nicht weiter zu beschreiben ! Als ich endlich zu Hause war, versuchte ich weitere Informationen zu erhalten, was sich aber als fast unmöglich herausstellte. Ich war froh als Thedy nach Hause kam, und ich ihn beauftragt habe irgendwie zu versuchen Silvia per Amateurfunk im Heimritz zu erreichen. Kurz danach habe ich in der Sendung Schweiz aktuell mitbekommen das Sie einen Beitrag bringen indem sogar Bilder aus dem Helikopter vom Heimritz zu sehen waren. Ich realisierte schnell wieviel Geröll da heruntergekommen ist. Auch Thedy kam kurz darauf zu mir runter und sagte mir das er nach abklappern der verschiedenen Amateurfunk-Relais schlussendlich auf dem Moosalprelais von einem Kollegen erfuhr das da bereits zweimal die REGA aufgeboten werden musste, und das bereits die Kandersteger Gemeinde und die nahen Angehörigen über ihn informiert worden wären. Und das alle noch am Leben seien ! Und das Urs wohl die Nacht im Heimritz verbringen werde, Silvia und Heinz seien im Hotel Steinbock im Selden wo sie die Nacht verbringen werden. Und die Amateurfunker im Wallis werden abwechselnd am Funk Wache schieben. Vom Heimritz nach Selden seien PMR-Funkgeräte im Einsatz, um bei Notfällen auch da einen Kommunikationsweg zu haben. Wie ich später Erfahren habe musste die Rega aufgeboten werden um Heinz aus seinen Ausweg losen Situtation zu retten. Einmal kam er von Selden mit dem Auto noch zu Fuss ins Heimritz noch zurück nach Selden, da die Strasse mehrfach weggeschwemmt wurde, und in den Gräben soviel Wasser und Steine herunterkamen das kein durchkommen mehr möglich war. Und das zweite mal wurde er in Selden vom Wasser eingeschlossen.

Am zweiten Tag versuchten Raubers die Tiere, die sie am letzten Tag im Stall losgebunden und ins Freie getrieben hatten wieder einzusammeln. Irgenwann landete dann ein SuperPuma-Helikopter im Heimritz und der wollte Urs als letzten holen um ihn aus dem Tal zu evakuieren. Doch Urs weigerte sich, und meinte zum Befehlsausübenden das er Bauer sei und die Tiere hier oben nicht ihrem Schicksal überlassen werde ! So dass dann kurz mal zusammengesessen wurde, und der Entscheid gefällt wurde das Silvia nach Mitholz geflogen wird um dort die Vorkehrungen für die Rückkehr der Tiere vorzubereiten ! An diesem Tag schlug sich auch Pädu auf eigene Faust ins Heimritz durch, weil er einen Tag vorher auch die Bilder im Fernseh sah. Heinz und Urs blieben im Gasterntal um zu den Tieren zu schauen. Und just an diesem Tag ging durch die Presse das nun alle Menschen und Tiere aus dem Tal gerettet wurden. Ich von meiner Seite war ab diese Meldung irritiert, konnte aber selbst nicht genau nachforschen was den nun stimmt ! Hab natürlich versucht in Mitholz anzurufen, aber da nahm niemand ab, allerdings wusste ich auch das Sie unten eine Telefonzentrale mit Faxweiche haben, und da wäre mir der Erkennungston für den Fax aufgefallen ! Also schloss ich daraus das mit grösster wahrscheinlichkeit die Telefone oder der Strom in Mitholz wohl auch nicht mehr funktionieren würde ! Daher schenkte ich der Meldung aus der Presse keinen Glauben ! Am Mittwoch den 12. Oktober gelang es mir dann Silvia per Telefon zu erreichen. Sie erzählte mir das die Kommunikation im Gasterntal vom Krisenstab nicht hergestellt werden kann, da weder Fixnet noch das neuerstellte Natelrelais auf der Sunbüel funktionierten. Auch das Polycom das ebenfalls auf der Sunnbuel Bergstation ab diesem Jahr ein Relais hat, funktionierte nicht ! Sodass weiterhin nur Silvias Amateurgeräte über das Wallis für die Kommunikation zu Verfügung standen. Daher versuchte Sie über den Krisenstab eine spezial Bewilligung für weitere Leute zu erhalten, da Sie sonst ihre Amateurfunklizenz auf Spiel setzte ! Darum wies Sie mich an beim Bakom nachzufragen ob ich eine bewilligung kriege. dies Tat ich schliesslich auch, aber es lief nur auf eine mündliche Aussage raus, das Sie falls Anzeigen eingehen diese abweisen werden, schriftlich konnten Sie mir das nicht geben. Auch Turi hatte die Chance mit der Schwester (Silvia) zu sprechen und wurde von Ihr gebeten Material für die wiederinstandsetzung des Weges zusammeln ! An diesem Tag wurden von den Medien auch die ersten Fotos vom Gasterntal veröffentlicht, leider kamen auch nicht mehr viel mehr dazu ! Der Artikel zu diesem Tag !

Donnerstag den 13. Oktober wird es Silvia langsam zu bunt mit den dauernden Versprechen von Seiten des Krisenstabes, weder das mit den Autos oder Tiere rausfliegen, noch irgendeine Kontaktmöglichkeit zu Ihren Leuten, noch irgendwo Informationen zu bekommen wie das weitergehen soll ! Ihr wurde nur berichtet das Sie noch einen Flug morgens und einen Abends zu gute habe, und Sie habe anzugeben wieviele Helfer Sie zum packen und einwintern des Berggasthauses brauche. Wer Silvia kennt weiss das ihr dieser “Befehl” sauer aufstösst, das Sie mit fremden Leuten die keine Ahnung vom räumen eines Berggasthauses haben das an einem Tag erledigen solle. Der Krisenstab wollte dieses Tal räumen und im nächsten Frühling dann schauen wie es aussieht ! Mit allen Autos und was weiss ich ! Dadurch wuchs in Silvia die Wut über diese Organisation dass Sie sich entschloss auf eigene Faust wieder ins Heimritz zu gehen, schlimmstenfalls zu Fuss. Da Silvia das doch ein bischen zu “heiss” schien, besprach Sie das mit Ihrem Funkerkollegen Markus, welcher sich bereit erklärte auch mitzukommen. Und diese Besprechung die Sie über Funk hielten wurde anscheinend auch von anderen mitgehört, sodass auch Urs im Heimritz davon Wind bekam. Und diese wusste wenn Silvia sich das vornimmt dann zieht Sie das auch durch. So konnte noch ein Treffen im Bären organisiert werden, wo Sie einander wieder sehen konnten, und auch die neuesten Informationen austausch konnten.

Freitag 14. Oktober bei uns ist Turi unterwegs um Motorsägen, Bickel, Schaufeln und noch einen Generator vorzubereiten und zusammenzusammeln. Aus dem Berner-oberland immer noch keine weiteren Informationen was da nun wann läuft ! Aber es wurde soweit mal abgemacht das Turi am Samstag mal bis Mitholz versucht durchzukommen ! Aber Silvia kommt da auch nicht weiter um eine Bewilligung für Turi zu erhalten. Am Abend hatte ich dann meine Zweifel als ich vernahm das nun die Strasse von Frutigen nach Kandersteg wieder für alle offen sein soll ?!

Samstag 15. Oktober um 9 Uhr trifft Turi mit seiner Fuhre ohne weitere komplikationen in Mitholz bei Silvia ein ! Turi kam gerade rechtzeitig um beim ausladen der Tiere mitzuhelfen. Auch sollen angeblich noch die Autos vom Heimritz nach Selden gefolgen werden, aber Turi sagte auch man dürfe das nicht so ernst nehmen denn es ändere sich stündlich etwas am Ablauf ! Auch Thuner Amateurfunker waren in Mitholz zu gange, sie montierten Silvia eine bessere Funkanlage ! Abends um 22:30 Uhr nochmal Turi angerufen um nachzufragen ob noch was geangen sei. Er berichtete mir das nun alle Tiere, Menschen und sogar der Jeep in Mitholz wären. Und die anderen Autos seien auch nach Selden gefolgen worden, und noch eine Bitte an uns : Es sei Morgen Sonntag und da möchten Sie endlich mal ein bischen Ruhe haben und unter sich sein. Sollte eigentlich heissen bitte keine Telefone, was aber anscheinend nicht so gut geklappt hat !

Sonntag 16. Oktober geht Turi mit Rauber’s ins Gasterntal bis Selden um die Autos von Urs und Silvia nach Mitholz zu überführen. Dabei beobachten Sie das schon wieder viele Touristen im Gasterntal über die Steine klettern, und das obwohl doch überall Tafel hängen die auf die Gefahr, und vor rechtlichen Konsequenzen warnen. Aber vielleicht liegt dieses Verhalten auch an der doch fragwürdigen Informationspolitik der Behörden, den es sind nach wie vor kaum Informationen in den Medien über den Zustand in diesem “vergessenen Tal” zu erhalten ! Am Abend birngt mir Turi noch die Fotos die er selbst geschossen hat, aber auch welche die auf Pädu’s Fotokamera waren !

Mein Eindruck und so weitere Gedanken

Am Samstag Morgen um 08.15 fuhren meine Züge von Pfungen nach Mithloz. Im Bahnhof in Bern, traf ich auf Ernst.

Nach dem feinen Mittagessen, in Mitholz, gings mit dem Traktor weiter nach Selden, doch was mir unterwegs an Verwüstung begegnete, liess nichts gutes erahnen.

Jedoch sehr interessant ist, dass bis Kadersteg und auch weiter bis Selden sehr intensiv gearbeitet wurde, vor allem das direkt (von der Strasse) einsehbare?

Als wir in Selden – Parkplatz ankamen erwartete uns Pädu, als Weglotse für in’s Heimritz.

Bei der Fahrt nach Selden, sah ich ja schon einige Schäden, was aber danach kam, übertraf meine dunkelsten Vorstellungen. Es ging regelrecht über Stock und Stein, auf den Weg.

Dank dem Zivilschutz, der im Heimritz, einen Wanderpfad und eine Brücke bauten, ist es auch für Ernst begehbar. Endlich dort angekommen, erwartete uns eine regelrechte Steinwüste, die die Kander etwa 10 -15 m höherlegte, so dass jetzt, das niveau, über dem neuen Kuhstall liegt.

Bei den anderen Stallungen sind nur noch die Dächer sichbar.

Man könnte eigentlich die NASA anfragen, ob diese, noch für ihre Astronauten, ein Übungsgelände benötigen. Doch ohne Zufahrt Strasse, werden wohl die kein Interesse zeigen. :-)

Warum wurde die Strasse nur bis Selden repariert?

Wir können zwar die Längsten Eisenbahntunnels bauen, an einer einfachen Strasse scheitert’s.

Ist wohl am Geld, das nur für wichtigeres wie Banken, oder eine Fluggesellschaft ausgegeben werden muss.

Es wäre schade, wenn dieses Kulturgut verschwinden würde, denn bedenkt, früher fing alles irgendwie so und klein an, im einfachen Stil, wenn Kinder nur noch die geschmacklose Milch aus der Kartonpackung vom Grossverteiler kennen, na ja!

Ich finde es Toll, dass Urs, trotz widerer Umstände, das Heimritz weiterführen will, und ich hoffe, dass dieses Kulturgut, noch einige Jahrhundert weiterbesteht, oder soll nur noch Wirtschaftlichkeit die Welt beherrschen? Wenn ja, müsste mir aber jemand erklähren was an Porsches, Feraris und ähnlichen Derivaten wirtschaftlich ist? Ein Golf kann z. B. mehr Leute mit weniger Verbrauch befördern!

Ich hoffe, einige zum nachdenken gebracht zu haben.

 

Gruss Pascal (Verantwortlich fühlender für Technik im Heimritz)

2 kurze Filmchen vom Heimritz

Habe gestern morgen noch 2 kleine Filmchen im Heimritz aufgenommen, diese zeigen vielleicht eher wieviel Geröll da vom Berg hinunter gekommen ist ! Für das erste Filmchen stand ich vor der Eingangstür zum Gasthaus und schwenke von der einstigen Zufahrtsstrasse bis ans Gasthaus !

Für das zweite Filmchen stand ich auf dem Geröllkegel und drehte mich von der einstigen Zufahrtsstrasse 360° !

Bericht von Thedy über die Hilfe der Amateurfunker

Hier seht ihr den Bericht “Urs usem Gaschteretal” wie ihn Thedy (HB9ERV) an die Redaktion vom HBradio eingereicht hat.

In diesem Bericht ist nachzulesen wie es die Familie dank der HB3 Prüfung von Silvia, auch beim Ausfall aller Kommunikationsmittel im Gasterntal, beim Unwetter vom 10.Oktober 2011, trotzdem geschafft hat Informationen weiterzuleiten und zu erhalten. Und das mit der Hilfe anderer Amateurfunker die 24 Std. auf Bereitschaft blieben. DANKE !

Hier isch de Urs usem Gaschteretal